Strukturwandel in Hoyerswerda: wie aus VORurTEILEN Vorteile werden

Strukturwandel ist mehr als nur ein Schlagwort. Er entscheidet darüber, ob Regionen Zukunft haben, ob junge Menschen bleiben oder zurückkehren und ob Vertrauen in Politik entsteht. Hoyerswerda ist für mich ein Ort, an dem genau das sichtbar wird. Eine Stadt, die den Umbruch nicht verdrängt, sondern aktiv gestaltet.

In Hoyerswerda habe ich mich mit Christian Hoffmann, dem Leiter der Stabstelle Wirtschaftsförderung, über die strategische Ausrichtung des Strukturwandels ausgetauscht. Im Gespräch wurde deutlich, wie klar hier die Herausforderungen benannt werden und wie konsequent gleichzeitig an neuen Perspektiven gearbeitet wird.

© hoyerswerda.de

Hoyerswerda hat tiefe Brüche erlebt. Der Verlust zahlreicher Arbeitsplätze nach der Wende und der lange Fokus auf Rückbau statt Erneuerung prägen die Stadt bis heute. Umso bemerkenswerter ist die Entscheidung, den Blick konsequent nach vorn zu richten. Strukturwandel wird hier nicht beschönigt, sondern als gemeinsame Aufgabe verstanden.

Was mich besonders überzeugt hat, ist der ganzheitliche Ansatz. In Hoyerswerda werden Wirtschaft, Wissenschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Kommunikation zusammengedacht. Mir ist wichtig, dass der Strukturwandel in Hoyerswerda an Projekten anknüpft, die langfristig für die Region wirken und zentrale Zukunftsfragen wie Mobilität, Ressourcennutzung und Bildung adressieren.

© hoyerswerda.de

Dazu gehören konkrete Kooperationen mit der TU Dresden, etwa mit  Smart Mobility Lab, in dem zu neuen Mobilitätskonzepten, autonomen Systemen und Anwendungen für ländliche Räume geforscht wird. Forschung und Praxis werden hier eng miteinander verbunden, mit dem Anspruch, Innovationen dauerhaft in der Region zu verankern.

Mit dem circEcon Campus Lausitz entsteht im Industriepark Schwarze Pumpe gemeinsam mit der TU Dresden ein weiterer wichtiger Baustein des Strukturwandels. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Kreislaufwirtschaft, der Ressourceneffizienz und der nachhaltigen Produktion. Der Campus zeigt, wie wirtschaftliche Entwicklung und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen zusammengedacht werden können.

Auch die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Astrophysik eröffnet neue Perspektiven für Hoyerswerda. Mit dem geplanten Neustadtforum als soziokulturellem Zentrum und Planetarium wird Wissenschaft sichtbar und erlebbar gemacht. Forschung wird so nicht nur als wirtschaftlicher Faktor verstanden, sondern auch als Bildungs- und Begegnungsangebot für die Stadtgesellschaft. Gerade für Kinder und Jugendliche entstehen neue Zugänge zu Wissenschaft und Zukunftsthemen.

Für mich ist Hoyerswerda damit mehr als ein einzelnes Beispiel. Andere Städte im Strukturwandel können von diesem Weg lernen. Nicht alles lässt sich eins zu eins übertragen, aber die Haltung schon. Verantwortung übernehmen, mutig entscheiden und die Menschen mitnehmen.

Gleichzeitig wird deutlich, dass Strukturwandel mehr ist als Wirtschaftsförderung. Lebensqualität, naturnahe Erholungsräume und eine nachhaltige Stadtentwicklung spielen eine zentrale Rolle. Die Weiterentwicklung des Lausitzer Seenlands, etwa rund um den Scheibe-See, zeigt, wie Natur, Freizeit und regionale Wertschöpfung zusammengebracht werden können.

© bauhoys planungsgesellschaft mbH

Besonders beeindruckt hat mich der kommunikative Ansatz der Stadt. Mit Beteiligungsformaten und der Kampagne „#WHY! – Wandel in Hoyerswerda“ werden Bürgerinnen und Bürger aktiv einbezogen. Vorurteile werden hinterfragt, der Wandel wird sichtbar gemacht und Ängste ernst genommen. Genau das entspricht auch meinem bündnisgrünen Verständnis von Transformation.

Als Oberlausitzer Landtagsabgeordnete setze ich mich dafür ein, dass Kommunen im Strukturwandel verlässliche Unterstützung erhalten. Das gilt finanziell, politisch und strategisch. Instrumente wie der Sachsenfonds, gezielte Förderprogramme und Planungssicherheit sind entscheidend, damit engagierte Städte wie Hoyerswerda ihren Weg weitergehen können.

Deutlich geworden ist für mich, wie viel kontinuierliche, strategische Arbeit hinter diesem Weg steht. Strukturwandel entsteht nicht von selbst. Er braucht Menschen wie Christian Hoffmann und sein Team und Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh, die Prozesse zusammenführen, Verantwortung übernehmen und über Jahre hinweg dranbleiben – ganz herzlichen Dank für Ihre Arbeit. Diese Haltung prägt die Arbeit der Wirtschaftsförderung in Hoyerswerda und ist im Austausch klar spürbar.

Strukturwandel braucht Zeit. Vor allem braucht er Orte, die ihn ernst meinen. Hoyerswerda ist so ein Ort.

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